Was ist Co-Creation?

Co-Creation ist ein Prozess, bei dem Unternehmen, Kundschaft und andere Stakeholder gemeinsam Wert schaffen, damit Produkte und Lösungen von Anfang an auf echten Bedürfnissen basieren statt auf internen Annahmen.

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DEFINITION

Co-Creation bezeichnet die bewusste Einbindung von Nutzenden, Kundschaft oder anderen Stakeholdern in den Prozess der Wertschöpfung. Statt Produkte oder Services intern zu entwickeln und dann an Kundschaft zu liefern, entsteht das Ergebnis gemeinsam mit und für die Beteiligten. C. K. Prahalad und Venkat Ramaswamy beschrieben Co-Creation in „The Future of Competition” (2004) als strategisches Prinzip: In einer vernetzten Welt entsteht Wert nicht mehr in Unternehmenssphären, sondern in der Interaktion mit Kundschaft. Co-Creation kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden: als Co-Design-Workshop, bei dem Nutzerinnen und Nutzer ein Produkt mitgestalten, als Feedback-Loop in offenen Beta-Versionen, als kollaborative Problemlösung mit Schlüsselkunden oder als kontinuierliche Ideenentwicklung in Communities. In der Führung wird Co-Creation auch intern angewendet: Change-Prozesse gelingen besser, wenn Betroffene an der Gestaltung beteiligt sind statt nur über Entscheidungen informiert zu werden.

VERBINDUNGEN ZU ANDEREN THEMEN

Führung

Co-Creation in Change-Prozessen erhöht die Akzeptanz von Veränderungen. Mitarbeitende, die an der Gestaltung beteiligt waren, identifizieren sich stärker mit dem Ergebnis und widersetzen sich weniger.

Projektmanagement

In Projekten ersetzt Co-Creation klassische erste Anforderung: Statt Anforderungen zu dokumentieren gestalten Auftraggeber und Team gemeinsam. Das reduziert Missverständnisse und Nacharbeiten.

Künstliche Intelligenz

KI-Lösungen für interne Prozesse gelingen besser, wenn künftige Nutzende in der Entwicklung mitgestalten. Co-Creation mit Domänenexpertinnen und -experten verbessert die Qualität von KI-Workflows.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • Co-Creation bindet Kundschaft und Stakeholder aktiv in die Wertschöpfung ein.
  • Prahalad und Ramaswamy beschrieben es 2004 als strategisches Prinzip.
  • Es verbessert Produktakzeptanz, Qualität und Passung zu echten Bedürfnissen.
  • Intern angewendet erhöht Co-Creation die Change-Akzeptanz.
  • Es erfordert Offenheit, Struktur und eine Kultur, die externe Ideen willkommen heißt.

PRAXISBEISPIEL

Ein Trainingsunternehmen entwickelt ein neues Führungs-Programm. Statt intern zu planen invitiert es zwölf Kundinnen und Kunden zu einem Co-Design-Workshop. In drei Stunden werden Inhalte, Format und Transfers gemeinsam definiert. Das Ergebnis ist ein Programm, das die Kundschaft bereits kennt und wertschätzt, bevor es startet.

HÄUFIGE MISSVERSTÄNDNISSE

Verliert das Unternehmen die Kontrolle über das Ergebnis?

Nein. Co-Creation bedeutet nicht, alle Entscheidungen abzugeben. Es bedeutet, externe Perspektiven strukturiert einzubinden. Das Unternehmen entscheidet, welche Inputs aufgenommen werden.

Ist Co-Creation zu aufwendig für normale Projekte?

Nicht zwingend. Co-Creation kann in einem halbtägigen Workshop stattfinden oder über wenige strukturierte Feedback-Runden. Schon kleine Co-Creation-Elemente verbessern die Qualität des Ergebnisses.

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