Was ist Situatives Führen?

Situatives Führen ist ein Führungsmodell, das den Führungsstil an die Kompetenz und Motivation jedes einzelnen Mitarbeitenden anpasst, statt alle gleich zu behandeln.

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DEFINITION

Situatives Führen geht davon aus, dass es keinen universell richtigen Führungsstil gibt. Der passende Stil hängt davon ab, wer geführt wird und in welcher Entwicklungsphase die Person gerade steckt. Das Modell, von Paul Hersey und Ken Blanchard 1969 entwickelt, unterscheidet vier Führungsstile: Anweisen, Trainieren, Begleiten und Delegieren. Die Stilwahl richtet sich nach dem Reifegrad der Person, also dem Zusammenspiel aus Kompetenz und Motivation. Eine neue Mitarbeiterin braucht klare Anweisungen und engen Kontakt. Eine erfahrene Kollegin mit hoher Motivation braucht Freiraum und Vertrauen. Situatives Führen beobachtet aktiv, wo jemand gerade steht, und passt das Verhalten entsprechend an. Das kostet anfangs mehr Aufmerksamkeit, zahlt sich aber in Leistung und Motivation aus.

VERBINDUNGEN ZU ANDEREN THEMEN

Künstliche Intelligenz

Situatives Führen gilt auch im Umgang mit KI-Werkzeugen: Wer zum ersten Mal mit Generativer KI arbeitet, braucht mehr Anleitung (Anweisen / Trainieren). Erfahrene Nutzer können delegiert eingesetzt werden. Kompetenz und Vertrauen müssen aufgebaut werden.

Agilität

In agilen Teams verändert sich der Reifegrad der Mitglieder über Sprints hinweg. Situatives Führen ermöglicht es, den Führungsstil an diesen Entwicklungsstand anzupassen, statt alle Team-Mitglieder gleich zu behandeln.

Projektmanagement

In Projekten begegnen Projektleitern Mitarbeitende in sehr unterschiedlichen Reifegraden. Situatives Führen gibt ein konkretes Modell, wann jemand enge Steuerung braucht und wann Eigenverantwortung möglich ist.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • Vier Führungsstile: Anweisen, Trainieren, Begleiten, Delegieren.
  • Die Stilwahl richtet sich nach Kompetenz und Motivation der Person.
  • Situatives Führen erfordert aktive Beobachtung und Flexibilität.
  • Das Modell wurde 1969 von Hersey und Blanchard entwickelt.
  • Dieselbe Person braucht je nach Aufgabe unterschiedliche Führung.

PRAXISBEISPIEL

Ein Projektleiter führt ein Team aus erfahrenen Entwicklern und zwei Berufseinsteigern. Den Einsteigern gibt er klare Anweisungen und engen Kontakt: tägliche Abstimmungen, konkrete Ziele, regelmäßige Kontrolle. Den erfahrenen Teammitgliedern delegiert er eigenverantwortlich und schaltet sich nur bei Bedarf ein. Das Ergebnis: Beide Gruppen fühlen sich passend begleitet, keiner wird über- oder unterfordert.

HÄUFIGE MISSVERSTÄNDNISSE

Bedeutet situatives Führen, dass ich keine klare Linie habe?

Nein. Situatives Führen ist eine bewusste Strategie, kein Widerspruch. Du passt den Stil an, behältst aber klare Ziele und Werte bei.

Muss ich den Reifegrad ein Mal festlegen und dann nie mehr ändern?

Nein. Der Reifegrad einer Person kann sich je nach Aufgabe und Situation verändern. Aktive Beobachtung und passende Stilanpassung gehören dazu.

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