Was ist ein T-Shape Team?

Ein T-Shape Team besteht aus Mitgliedern mit einem T-förmigen Kompetenzprofil: breit in allgemeinen Fähigkeiten und tief in einer Spezialität, damit das Team flexibel zusammenarbeitet und gegenseitig einspringen kann.

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DEFINITION

Das T-Shape-Modell beschreibt ein Kompetenzprofil mit zwei Dimensionen: Der horizontale Balken des T steht für breites Grundwissen in angrenzenden Bereichen, zum Beispiel Design, Testing oder Business-Verständnis. Der vertikale Balken steht für tiefe Expertise in einem Spezialgebiet, etwa Backend-Entwicklung oder UX-Research. Tim Brown von IDEO popularisierte das T-Shape-Konzept als Idealtyp für kreative Teams. Ein T-Shape Team setzt sich aus solchen T-shaped-Professionals zusammen. Es kombiniert Tiefe zur Exzellenz mit Breite zur Kollaboration. T-Shape Teams sind robuster als I-Shape Teams, in denen jedes Mitglied nur eine enge Expertise hat und bei Ausfall Engpässe entstehen. In agilen Teams ermöglicht die Breite Cross-Functional-Arbeit: Entwickelnde verstehen UX, Designer verstehen technische Grenzen. Das reduziert Übergaben und erhöht Geschwindigkeit. Ein verwandtes Modell ist das M-Shape- oder Pi-Shape-Profil mit zwei Tiefen und noch mehr Breite.

VERBINDUNGEN ZU ANDEREN THEMEN

Führung

Führungskräfte gestalten T-Shape Teams durch gezielte Personalentwicklung: Förderung von Spezialwissen UND Einblicke in angrenzende Bereiche, etwa durch Rotation, Pair-Work und interdisziplinäre Projekte.

Projektmanagement

T-Shape Teams reduzieren Abhängigkeiten und entspannen den kritischen Pfad. Wenn mehrere Teammitglieder ähnliche Aufgaben übernehmen können, sinkt das Risiko durch Engpässe und Ausfälle.

Künstliche Intelligenz

In KI-Projekten braucht das Team sowohl Data-Science-Tiefe als auch Breite in UX, Ethik und Business. T-Shape-Mitglieder überbrücken die Kommunikationslücke zwischen Fachbereichen und KI-Teams.

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • T-Shape: horizontale Breite in angrenzenden Bereichen plus vertikale Tiefe in einer Spezialdisziplin.
  • Tim Brown von IDEO machte das T-Shape-Profil als Eigenschaft kreativer Profis bekannt.
  • T-Shape Teams sind resilient: Mitglieder können gegenseitig einspringen.
  • Cross-Functional-Arbeit gelingt besser, wenn alle ein Grundverständnis für Nachbardisziplinen mitbringen.
  • M-Shape oder Pi-Shape erweitern das Modell um eine zweite Tiefe.

PRAXISBEISPIEL

Ein agiles Produktteam entwickelt eine Mobile App. Die Entwicklerin hat Tiefen-Expertise in iOS-Entwicklung. Zusätzlich versteht sie UX-Grundlagen genug, um Designs auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Der UX-Designer hat Tiefen-Expertise in Nutzerforschung. Zusätzlich versteht er API-Grundlagen genug, um Machbarkeitsfragen direkt zu besprechen. Jeder kann bei Bedarf Quality-Assurance- Aufgaben übernehmen. Das Team liefert in jeder Iteration vollständige, getestete Features ohne externe Abhängigkeiten.

HÄUFIGE MISSVERSTÄNDNISSE

Bedeutet T-Shape, dass alle alles können müssen?

Nein. Jedes Mitglied hat eine klare Stärke. Die Breite meint Grundverständnis: genug, um zusammenzuarbeiten, Fragen zu stellen und bei einfachen Aufgaben einzuspringen. Nicht: alle Fähigkeiten auf Expertenniveau.

Ist T-Shape besser als Spezialisierung?

Das hängt vom Kontext ab. In Innovationsteams ist T-Shape oft überlegen. In hochspezialisierten Forschungs- oder Operationsbereichen kann tiefe Spezialisierung sinnvoller sein.

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